Freitag, 14. Juli 2017

~Rezension~ Me, without Words von Kira Minttu

Worum gehts?

»Es ist nicht das, was da gerade passiert ist. Es ist ja eigentlich nichts passiert. Es ist das, von dem ich mir wünsche, dass es passiert wäre.«

Es ist dieses Gefühl, verlorenzugehen. Es ist das Schweigen, das über allem liegt, es sind die unausgesprochenen Worte, die im Raum hängen und die Juli am liebsten herunterschlagen und ihren Eltern in die versteinerten Gesichter werfen würde. Es sind die Erwartungen, die sie hinter den Kerzen zu erkennen glaubt, die ihr Freund Levin angezündet hat, und es ist die Freundschaft zu ihrer besten Freundin, die an den Rändern auszufransen scheint. Es sind all diese Gründe, aus denen Juli mit dem Gedanken spielt, sich auf jemanden einzulassen, dessen Absichten sie nicht zu durchschauen vermag …

"Me, without Words" ist der zweite Teil der Reihe "Stay Tuned". 
Die einzelnen Titel sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

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Meine Meinung:

Me, without words war mein erstes Buch von Kira Minttu und es hat mir wirklich  gut gefallen.
Es ist eine sehr tief bewegende Geschichte, von einem jungen Mädchen, das grade versucht sich 
und ihren Platz in der Welt zu finden. Was sich als so gar nicht einfach heraus stellt, wenn alles Anders wird.

Erste Zeilen
Die Stille ist so laut, demnächst werde ich schreien, um sie zu übertönen. Mit der Gabel ziehe furchen durch den Reis, zerquetsche das faserige Fleisch auf meinem Teller.

Juli hat Freunde, einen Freund und eine Familie. Es scheint als wäre alles perfekt. Aber man merkt als Leser schon auf den ersten Seite das dem nicht so ist. Ihre Eltern schweigen sich an, ihre beste Freundin hat nur noch wenig Zeit, und es gibt Streit mit ihrem Freund. 
Alles nicht so einfach.

Erzählt wird aus Julis Sicht und das so nah am Charakter, das man kaum eine andere Möglichkeit hat als mit ihr mitzufühlen.  Kira Minttu schreibt die Zeilen so wunderbar emotional und voller Tiefe, dass ich als Leser oft das Gefühl hatte,  ich muss Juli helfen. Ich will ihr helfen. Aber es gab nicht nur traurige Momente, nein es gab auch schöne Momente und solche zum Schmunzeln.

Ein Schwall eiskalten Wassers ergießt sich über meine Schultern. .."Sorry." Der Typ grinst mich an. "Das galt nicht dir. Kann ich´s
wieder gut machen?" "Was willst du tun? MIch trocken pusten?"Pos. 293


Auch ist die Story so flüssig und angenehm zu lesen, dass ich sie in wenigen Stunden verschlugen hatte. Ich hatte gar keine andere Möglichkeit, ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. 

"Wieviel Gin ist da drin?" ... "Hast du Angst, ich könnte auf dem Tisch singen?" 
"Nein, eher, du könntest unter den Tisch sinken."
Pos. 2651

Das Einzige, was ich etwas zu schnell und abrupt fand, war das Ende. Das hätte ich für mich noch ausführlicher und länger ausfallen können. 

Es ist eine Geschichte, wie sie überall passieren kann. Einfach aus dem Leben geschrieben. Ich kann euch dieses Buch nur ans Herz lesen. Es ist wunderschön und traurig zugleich.

⭐⭐⭐⭐⭐

Kaufen könnt ihr hier beim Verlag und Amazon 

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Die Autorin:
ngefangen hat alles mit vernichtend traurigen Kurzgeschichten. Da war ich etwa zehn. Sie waren so traurig, dass ich beim Schreiben weinen musste (ich war ein empfindsames Gemüt). Glücklicherweise rettete mich zwei Jahre später mein bedingungsloses Eintauchen in die Welt der Rockmusik vor einer drohenden Werther-Karriere.
Viele, viele Konzerte später schreibe ich überwiegend für Jugendliche und junge Erwachsene und meine Geschichten enden längst nicht mehr so niederschmetternd wie früher.
Wenn ich gerade mal nicht vor einem Manuskript sitze, tobe ich entweder mit meiner Familie samt Hund durch die Welt oder sitze irgendwo und denke darüber nach wie es wäre, in Schottland zu leben (sobald ich fertig mit Nachdenken bin, werde ich Koffer packen).

Kira Minttu lebte und lebt mit ihrer Familie in New York und München.
Sie ist Mitglied des Autorenlabels INK REBELS (ink-rebels.de).

Quelle: www.amazon.de
www.amrun-verlag.de

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